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Peter Müller im Porträt

FC Burk forever


Viele, viele fleißige Helfer sind notwendig, um ein Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Beim FC Burk steht das Dreigestirn Reges/Kainer/Müller an der Spitze. Mit viel Liebe und Herzblut ist Hauptkassier und Fußball-Abteilungsleiter Peter Müller seinem Verein schon seit frühester Kindheit treu. Ein Engagement, das sehr viel Zeit kostet, aber auch schöne Momente mit sich bringt. Viel Raum für andere Hobbys bleibt nicht. Aber Wünsche und Ziele hat Peter Müller allemal.

 

Peter Müller

 

Geboren am 30.04.1954
in Forchheim
Wohnort: Burk
Familienstand:
verheiratet, 1 Sohn
Beruf:
IT-Organisator

 

Spielerstationen:
1964 – 1977 FC Burk
Funktionärsstationen beim 1. FC Burk:
seit ca. 1978 Pressearbeit
seit 1980 Schriftführer
seit 1994 Kassier
seit 1998 Fußball-Abteilungsleiter

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der so eng mit seinem Verein verbunden ist, dass er selbst sagt: „Der FC Burk ist eingebrannt.“ Eine Geschichte über einen Funktionär, bei dem das Herzblut im Vordergrund steht. Für „seinen“ FC Burk ist Peter Müller immer da. Seit 28 Jahren ist der große Grauhaarige mit der Brille mittlerweile in der Vorstandschaft des Forchheimer Stadtteil-Clubs tätig. Zu einer Zeit, in der es noch keine Bezirksoberliga gab, geschweige denn ein Gedanke beim FC Burk an höhere Ligen verschwendet wurde. Kein Sportheim, keine großartigen sportlichen Perspektiven: Maximal B-Klasse (heute Kreisklasse) sprang für den FC Burk mal heraus. Heute sieht die rot-schwarze Welt freilich anders aus. Ein Sportgelände, dem manch höher ambitionierter Verein nicht das Wasser reichen kann. Und in den Neunzigern der Durchmarsch von der C-Klasse (A-Klasse) in die Bezirksoberliga. Immer dabei: Peter Müller, der einst selbst für seinen FC Burk gegen den Ball trat, bis eine schwere Verletzung seine Karriere beendete.

Unfall beendet Karriere

Den Gegner weiß er nicht mehr genau, aber es war das Knie des Torwarts, das der 23-jährige Müller 1977 in den Bauch gerammt bekam. Anfangs erkannten die Ärzte nicht, woher die Schmerzen kommen könnten. Doch die inneren Verletzungen waren nicht unerheblich, so dass die Milz und eine Zyste an der Bauchspeicheldrüse entfernt werden mussten. Eine große Sportkarriere jäh beendet? „Ein großartiger Fußballer war ich nicht“, stellt Müller sein Licht grinsend unter den Scheffel. Dennoch war’s das mit der aktiven Fußball-Karriere und fortan beschränkte sich seine sportliche Aktivität auf Tischtennis. Geprägt durch das Familienoberhaupt, das für die Zeitungen schrieb und als Vorsitzender beim FC Burk tätig war, trat Filius Peter in die Fußstapfen des früh verstorbenen Vaters. Müller erinnert sich: „Mit 15, 16 Jahren fing ich an Presseberichte zu schreiben.“ Die Außendarstellung des Vereins hält er für sehr wichtig. Bis heute ist Peter Müller (Zeitungskürzel „pm“) zur Stelle, wenn es um News rund um den FC Burk gibt.

Amt in jüngere Hände geben

Doch nicht nur der FC Burk, nein, der gesamte regionale Fußball ist Müllers Leidenschaft. Irgendwann in den 70ern muss es gewesen sein, als die Sammlerwut ausbrach und Peter Müller alle Berichte der Zeitungen aus dem Fußball in der Region sammelte. Es wundert nicht, dass seine Frau, „ohne deren großes Verständnis alles nicht möglich wäre“, dennoch Rüffel verteilt, wenn die Ordner und Zeitungsausschnitte sich immer höher türmen. „Mich interessiert einfach alles, wenn es um Fußball geht“ muss sich der Vater eines 21-jährigen Sohnes dann rechtfertigen. Das Archiv des Peter Müller ist auch entsprechend angewachsen und fundiert und sucht nur noch eine ordnende Hand. Da wären wir schon bei einem Wusch: Peter Müller hofft die Funktionärs-Aufgaben in jüngere Hände abgeben zu können. Auch Vorsitzender Manfred Reges ist seit unglaublichen 28 Jahren im Amt. Zusammen mit dem unermüdlichen Zweiten Vorsitzenden, Edmund Kainer würde der 53-Jährige Müller auf jeden Fall noch die nächsten zwei Jahre als Trio an der Spitze weitermachen wollen („Wir ergänzen uns sehr gut“).

Aufstieg und Schuldenabbau

 

Peter Müller in seinem Element:
Bei der Arbeit im Büro des
Sportheims des FC Burk.

 

Kassier, Fußball-Abteilungsleiter, Stadion-sprecher, Feder führend beim Stadion-Heft seit 13 Jahren: Wer so gut wie jede freie Minute für sein Hobby opfert, kann doch nicht anders? Doch! sagt Peter Müller. Wüsste er die Aufgabenverteilung in gute Hände, „würde ich zum Beispiel völlig unbelastet mir Fußball-Spiele am Wochenende ansehen“. Der bekennende Löwen-Fan könnte dann endlich sein Archiv ordnen, seine seit 1981 aufgenommenen Videofilme schneiden und die Fotos archivieren. Auf eine lange Funktionärs-Karriere blickt er nun  zurück. Woran erinnert sich Müller am liebsten? „An den Aufstieg 1995/96 von C-Klasse in die B-Klasse unter Wilhelm Satzinger!“ Denn nach 16 Jahren in der untersten Liga kam damit die Wende. Auch auf den Schuldenabbau des FC Burk von einst einer Million DM auf mittlerweile 20.000 Euro ist Peter Müller ein bisschen stolz. Würde er etwas ändern? Nein! Höchstens, dass er mehr Zeit für seine Familie hätte.

Wichtig: Gutes Verhältnis, auch nachher

Halt! Es gibt etwas, dass er ändern möchte: Mehr Gelassenheit und Ruhe würde sich Peter Müller von sich selbst wünschen, wenn wieder mal zu impulsiv reagiert hat. Mit dem FC Burk ist er so tief verwurzelt, dass er negative Stimmung gegen seinen Verein nur sehr schwer verarbeiten kann. Und genau dies bringt ihn in die Zwickmühle: Auf der einen Seite die Konfrontation und Rechtfertigung. Auf der anderen Seite das Bedürfnis nach Harmonie. Auch wenn er als Abteilungsleiter viele Spieler und einige Trainer hat vorstellen, kommen und gehen sehen: „Es ist mir wichtig, auch später noch den Leuten in die Augen schauen zu können.“ Andernfalls liegt er schon mal wach im Bett und grübelt darüber nach, wie man das ein oder andere zwischenmenschliche Problem aus der Welt schaffen kann. In England lassen sich die Hardcore-Fans das Vereinsemblem über dem Herzen tätowieren. Peter Müller trägt stattdessen eine FC-Burk-Uhr oder ein FC-Burk-Hemd. Was beide eint: die ewige Liebe zum Fußball und zum Heimatverein.

Quelle: Christian Dotterweich (anpfiff.info)